Offenes Buch

5 Tagefahrt, Reiseziel war Schleswig,

Land zwischen den Meeren vom 06.07 – 10.07.2022

Ein Reisebericht von Gisela Liebig-Grün


1. Tag Mittwoch, 06.07.22:

Endlich ist der lang ersehnte Tag gekommen wo es heißt „Schleswig wir kommen“ Obwohl es schon um 6. 00 Uhr zur Abfahrt kam, waren alle Mitreisende da. Nicht gerade ausgeschlafen aber voller Vorfreude auf die kommenden 5 Tage. Der Bus kommt!!!! Was für eine Enttäuschung, es sah’s nicht unser Ernesto am Steuer, sondern ein fremder Mann. Dieser sah die Gesichter und fing sofort an aufzuklären, dass Ernesto später zusteigt. Eine Maßnahme wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Maximalfahrzeit. Nicht verlernt hatten alle Fahrgäste etwas und das war das Gerangel um den Platz. Trotzdem saßen alle ruck-zuck, das Handgepäck war verstaut und los ging es. Im Bus fing dann ein tolles Geschnatter an. Man hörte die geläufigsten Sätze wie „Auch wieder dabei?“ „Wie geht’s denn?“ „Haben sie schon gehört…?“usw. In Steinfurt tauschten die Fahrer und wir hatten unseren Ernesto wieder. Nach ca. einer Stunde machten wir Halt und die Pause für Kaffee, Weck und Wurst bekam ihre traditionelle Rolle als Frühstücks-Veranstaltung. Los aufräumen es geht weiter.

Stunde um Stunde flog vorbei, einige Gäste versuchten zu singen, andere lasen Gedichte vor aber die meisten schliefen den Schlaf der Gerechten. Gegen 19.00 Uhr ging ein Ruf wie Donnerhall durch den Bus: „Waldschlösschen aussteigen“. Zum Glücklaufen unsere Zimmer nicht herum und suchen die Gäste, aber die ankommenden Menschen suchen die Zimmer und laufen wie aufgeschreckte Hühner herum. Der Koch vom Hotel setzte dem Tag die Krone auf, denn es gab ein hervorragendes Essen.

Müde – Müde !!!!! Gute Nacht – morgen ist auch noch ein Tag

 

2. Tag Donnerstag, 07.07.22:

Gut geschlafen? Antwort von fast allen: „Ja!“ Prima, bei der guten Luft. Einige Spielverderber holten ihre Smartphones heraus und verkündeten Regen. Nein kein Regen! Die Stadt Schleswig zeigte sich in hellem Sonnenschein. Ein menschlicher Sonnenschein trat dann an den Bus und verkündete: „Ich bin die Bärbel und eure Stadtführerin für die nächsten Tage“. Wir nahmen unsere Füße in die Hand und los ging es zur Stadtbesichtigung. Schleswig ist eine kleine, wunderbare Stadt, die sich ihren Charme über all die Jahre erhalten hat. Das Gleiche kann man auch von der Altstadt - das Fischerdörfchen Holm – berichten. Am Nachmittag kam dann der Besuch der Wikingersiedlung Haithabu.

Eine Sensation für unsere (mittlerweile überholten) Weisheiten aus der Schule. Umdenken, aber total. Die Wikinger waren zwar ein kriegerisches Volk, das gerne mal einen über den Durst trank, aber sie waren auch geschickte Kaufleute, die wohl wussten wie gute Garderobe wirkt. Zu dieser gab es die wunderschönsten Perlen. Dass sie ihre Säuglinge einfach ins Wasser warfen, wenn es nicht genug zu essen gab, muss man einfach 

überhören. Haithabu ist bis jetzt nur zu einem 5tel ausgegraben. Was mag da noch herauskommen?

Das Abendessen war von einem Spitzenkoch zubereitet. Die Teller waren alle leer gegessen, wegen der Redensart, dass es nur dann schönes Wetter gibt. Und ab ging es in die Zimmer zum großen Zapfenstreich.

 

3. Tag Freitag 08.07.22:

Schwimmen ja oder nein? Lieber frühstücken – das ist nicht so anstrengend. Heute steht etwas Besonderes auf dem Programm. Wir fahren zum Drehort des Landarztes. Alle Serienfernsehzuschauer kommen jetzt auf ihre Kosten. Die original Orte und Gebäude vom Dreh, wurden fotografiert. Leider waren die Schauspieler*innen und das Pferd von Herrn Dr. Bergmann verschwunden.

Dann fuhr der Bus durch eine Landschaft, die in  ihrer Schönheit einmalig ist. Soweit das Auge reicht goldene Felder und grüne Wiesen. Flaches Land mit ganz kleinen Wölbungen. Schwarz-weiße Kühe grasten friedlich darauf. Mit einem Wort „himmlischer Frieden“. Es wurde still im Bus, denn jeder unterlag dem Zauber dieser Landschaft. Wie im Leben geht alles vorüber so auch hier.

Der Bus fuhr weiter bis zur Stadt Kappeln bzw. zur Schiffsanlegestelle. Denn es stand uns eine Fahrt mit Mittagessen auf der Schlei bevor. Die Schlei ist in ihrer Form noch genau wie zu ihrer Entstehung aus dem Schmelzwasser der Eiszeit. Breite Becken und schmale Flussläufe. Schade, denn es kam das Essen und wir wurden abgelenkt von der Landschaft, an der wir vorbeifuhren. Nach ca. 2 Stunden waren wir wieder zurück und auf ging es in die Stadt Kappeln. Es ist eine schöne Stadt, aber wir strömten in eins der vielen Cafés. Wieder im Hotel gab es ein gutes Abendessen. „Wo geht Ihr alle hin?“ hätte man fragen können, denn die Tische haben sich früh geleert. Wahrscheinlich ins Bett. Gute Nacht!

 

4. Tag Samstag, 09.07.22:

Es ist 9:00 Uhr. Ernesto schaut sich im Bus um, alle da, es kann losgehen. Heute steht das Eidersperrwerk an der Westküste der Nordsee auf dem Programm. Es sind riesige Wände aus Eisen mit riesigen Stangen und Schrauben, die bei Sturm runtergelassen werden, um die Nordsee davon abzuhalten die Felder und Städte zu verwüsten. Da haben Menschen etwas Großartiges geschaffen und unsere Männer im Bus hatten noch lange Redestoff. Redestoff bekamen aber auch die Frauen, denn Gedichte und Erzählungen sind, so sagen die Herren, etwas für Frauen.

Bald standen wir vor dem Haus, in dem Theodor Storm gelebt hat, das wir uns aber nur von außen angesehen haben. Dann hieß es: „Von nun an könnt ihr auf eigene Faust losgehen“. Wohin? Bärbel schlug das Holländerstädtchen Friedrichstadt vor. Dieser Herzog Friedrich, war recht weitblickend, denn er erzielte mit den Holländern einen regen Umsatz mit Gewürzen und Seide.

Im Hotel war am Abend für uns ein neuer Saal eingedeckt und wir bekamen ein 4-Gänge Essen. Leider wollte keine richtige Stimmung aufkommen. Warum? Keine Ahnung! Gute Nacht schlaft gut!

5. Tag Sonntag, 10.07.22:

Letztes Frühstück – morgen müssen wir es wieder selbst machen. Jeder muffelte vor sich hin, denn anschließend hieß es, Koffer verladen, Plätze für langes Sitzen vorbereiten und etwas zu trinken und zu essen verstauen. Noch ein Blick zurück – schöne 5 Tage gehen zu Ende. Ernesto fuhr los, die Gespräche verstummten und so mancher Augendeckel fiel nach unten. Dann kam es wohl immer mal zu einem Verkehrsstau. Zwei Stunden brauchte Ernesto Geduld, bis er wieder mit Tempo fahren konnte. Traditionsgemäß wurde dann nochmal zum Abendessen Halt gemacht.

Die letzten Kilometer wurden dann von Heinz Baltes und Ernesto genutzt, um sich zu verabschieden. Denn es gibt kein Wiedersehen:

Die Reisen mit Ernesto und Heinz Baltes gehen aus Altersgründen zu Ende.

 

Erlebnisreiche Tage gehen zu Ende.